Promotion

Die Promotion, der Erwerb eines Doktortitels, setzt die Anfertigung einer wissenschaftlichen Abhandlung (Dissertation) voraus, durch welche die Fähigkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachgewiesen und ein Erkenntnisfortschritt für die Rechtswissenschaften geleistet wird.

Verschiedene Gründe können einen Juristen veranlassen, nach Abschluss des Studiums eine Promotion anzustreben. Erforderlich ist auf jeden Fall das Interesse an rechtswissenschaftlicher Forschung und eine besondere wissenschaftliche Begabung.

Eine Promotion erscheint dann sinnvoll, wenn die jungen Juristen sich zu spezialisieren suchen, um etwa ihre Chancen in der freien Wirtschaft oder als Rechtsanwalt zu verbessern, oder um die wissenschaftliche Laufbahn zu beschreiten. Insoweit stellt eine Promotion eine Zusatzqualifikation dar, die auf dem Arbeitsmarkt Vorteile vor anderen Bewerbern verschaffen kann.

Voraussetzung für eine Promotion in Mainz ist, daß die Bewerber die erste oder die zweite juristische Staatsprüfung mindestens mit der Note "vollbefriedigend" bestanden haben.

Diese Bedingung erfüllen etwa 15 Prozent der Examensabsolventen. Von dieser Erfordernis kann der Fachbereichsrat auf Antrag eines Professors oder Privatdozenten Befreiung erteilen, wenn ein Bewerber in einem Seminar ein erheblich über dem Durchschnitt liegendes, also mit "gut" oder besser bewertetes, Referat gehalten hat. Auch mit einem im Ausland erworbenen qualifizierten Hochschulabschluss ist eine Promotion an der Uni Mainz möglich. Weitere zwingende Voraussetzung für eine Promotion in Mainz ist die Anfertigung einer sog. Exegese. Dabei handelt es sich um die Erklärung und Auslegung einer historischen Textstelle. Der Doktorand hat hierfür eine Hausarbeit anzufertigen, die mit "gut" bewertet worden sein muss. Im Fachbereich Jura werden hierzu regelmäßig deutschrechtliche oder römischrechtliche Exegesen in Form einer Vorlesung oder eines Blockseminars angeboten.

Die Promotionsleistungen bestehen in der Anfertigung einer Dissertation und einer mündlichen Prüfung. Eine Dissertation ist eine selbständige wissenschaftliche Arbeit, in der ein wissenschaftlich noch nicht geklärtes Problem einer Lösung zugeführt werden soll. Das Thema wird mit einem Professor oder Privatdozenten des Fachbereiches als wissenschaftlichem Betreuer vereinbart. Für die Bearbeitung sollten eineinhalb bis zwei Jahre veranschlagt werden.

Nach der Annahme der Dissertation muß der Doktorand sich einer mündlichen Prüfung unterziehen (Rigorosum). Sie besteht aus einem wissenschaftlichen Gespräch mit dem Bewerber über seine Dissertation sowie zwei Prüfungen in einem rechtsgeschichtlichen Fach und einem vom Bewerber aus den Gebieten des Privatrechts, Strafrechts, sowie Öffentlichen Rechts zu wählenden Fach.

Die Prüfung wird vor einem Prüfungsausschuss abgelegt, der aus dem Betreuer der Dissertation und zwei weiterer Hochschullehrern des Fachbereiches besteht. Nach erfolgreicher Prüfung muß die Dissertation veröffentlicht werden. Erst danach vollzieht der Dekan des Fachbereiches die Promotion, wodurch die Befugnis zum Tragen des Doktortitels erlangt wird.

Einzelheiten sind aus der Promotionsordnung des Fachbereiches Rechtswissenschaft der Universität Mainz zu entnehmen, die bei der Aufsicht der Seminarbibliothek erhältlich ist.